Akte

Boeckls Akte sind meist Kohle- und Bleistiftzeichnungen. Sie wirken skizzenhaft, zart und gebrechlich - als ob sie schwerelos im Raum schweben würden.
In ihrer Singularität gehören sie zu den großen Leistungen europäischer Zeichenkunst des 20. Jahrhunderts.
Boeckl geht es neben der Darstellung des Körpers um das Aufsprengen des Leibes, das Neues hervorbringt: "In meinem Schaffen nehmen die Aktzeichnungen aus der Zeit zw. 1918-1922 einen besonderen Platz ein. In jener Zeit, da Schieles Zeichenkunst die ganze junge Generation in ihren Bahn schlug. Durchdrungen von meinen besten Gefühlen, gleichen diese Zeichnungen kleinen Bergwerken, in die ein seltener Sonnenstrahl fiel. Zwischen die geöffneten Schichten dringt das Samenkorn. Viel gezeichnet und einmal ein kleines Ergebnis."

Auch der ehemaligen Direktor der Albertina Otto Benesch sieht in Boeckls Aktzeichnungen "Keimstellen werdender neuer Form":
"Diese Blätter haben etwas Wachsendes, vor den Augen des Beschauers spielt sich ein Werdevorgang ab. Die Leiber schimmern, blühen auf, wie sich eine Pflanze entfaltet."

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