Grafik - Verzeichnis

Als das Atelier an der Akademie am Schillerplatz Ende 1967 aufgelöst werden musste, führten die Töchter Martina, Maria und die Schwiegertochter Brigitte eine Bestandsaufnahme der vorhandenen Werke durch - im Wesentlichen handelte es dabei um Zeichnungen und Aquarelle. Felix Unger dokumentierte damals all diese Arbeiten fotografisch.

Auf Basis dieser Aufnahmen verfasste Leonore 1977 gemeinsam mit ihren Schwestern Martina und Maria ein erweitertes Grafik-Verzeichnis. Es diente als Bestandsaufnahme der damals vorhandenen Arbeiten und bildete die Grundlage für die Erbteilung im selben Jahr. Obwohl es kein vollständiges Werkverzeichnis der gesamten Grafik darstellt, bietet es mit 636 Positionen einen hervorragenden Überblick über das grafische Schaffen von Herbert Boeckl.

Mein Bruder Felix gab mir erst kürzlich den entscheidenden Hinweis, im Carl Unger-Archiv nachzusehen, ob noch Negative dieser Aufnahmen existieren. Ich durchforstete das Archiv und fand unbeschrifte Kuverts mit Negativen, die ich nie richtig zuordnen konnte und schon entsorgen wollte. Ich fertigte mit meinem Negativscanner erste Testscans an - und siehe da, die Nummern auf den Fotos decken sich exakt mit der Nummerierung in der 77er-Liste.


Mithilfe meiner KI-Assistentin konnte ich diese historische Liste schließlich in ein digitales Verzeichnis transformieren.

95 Halbakt 1921 Kohlezeichnung Böckl 21
96 Weibl. Akt 1920 Federzeichnung n.s.n.d.
97 Sitzender Akt 1919 Kohlezeichnung B 19
98 Liegender Akt 1919 Kohlezeichnung HB 19
99 Liegender Akt 1919 Kohlezeichnung Böckl 19
100 Vase mit Schüssel und Früchten 1924 Aquarell n.s.n.d.

Auf dieser Grundlage ließe sich nun Schritt für Schritt ein bebildertes Grafik-Verzeichnis aufbauen. Werke aus Museen oder dem Kunsthandel, die bislang nicht erfasst sind, könnten mit fortlaufender Nummerierung ergänzt werden. Eine digitale Liste muss nicht chronologisch geordnet sein, um Werke eindeutig aufzufinden. Diese Aufgabe wäre sehr arbeitsintensiv und nie ganz abgeschlossen. Es wird interessant sein, wer sich dieser Aufgabe widmen wird, aber zweifellos wäre es ein sehr interessantes und wertvolles Projekt.


Clemens M. Unger
Wien im September 2026